Wasserwechsel-Verschneidungsrechner
Berechnen Sie die Anteile von Leitungswasser und Reinwasser (Osmose- oder VE-Wasser) für einen gezielten Teilwasserwechsel mit Härteabsenkung.
Warum Wasser verschneiden?
In vielen Regionen Deutschlands liegt die Wasserhärte des Leitungswassers deutlich über dem Idealbereich für Süßwasseraquarien. Werte von 15 °dH oder mehr sind keine Seltenheit. Für ein gut bepflanztes Aquarium mit anspruchsvollen Arten empfehlen Experten jedoch eine Karbonathärte zwischen 3 °dH und 6 °dH. Das Verschneiden von Leitungswasser mit enthärtetem Wasser ist die gängigste Methode, um den gewünschten Härtegrad zu erreichen.
Wie funktioniert die Berechnung?
Der Rechner ermittelt, welchen Härtewert das Wechselwasser haben muss, damit nach dem Teilwasserwechsel der gewünschte Zielwert im Aquarium erreicht wird. Dabei berücksichtigt er drei wesentliche Faktoren:
- Die aktuelle Wasserhärte im Aquarium
- Die Härte des Leitungswassers
- Den Wirkungsgrad der Wasseraufbereitung (Osmoseanlage circa 95 %, Vollentsalzer circa 100 %)
Aus der iterativen Annäherung ergibt sich das exakte Mischungsverhältnis zwischen Leitungswasser und Reinwasser. Falls die gewünschte Härte mit der angegebenen Wechselwassermenge nicht erreichbar ist, passt der Rechner die Wasserwechselmenge automatisch an.
Osmoseanlage oder Vollentsalzer?
Eine Osmoseanlage entfernt rund 95 % der gelösten Salze aus dem Leitungswasser. Das bedeutet: Bei einem Ausgangswert von 15 °dH verbleibt ein Restwert von etwa 0,75 °dH im Osmosewasser. Ein Vollentsalzer (VE-Anlage) arbeitet mit Ionenaustauscher-Harzen und erreicht nahezu 100 % Enthärtung. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile hinsichtlich Anschaffungskosten, Betriebskosten und Wasserverbrauch.
Empfohlene Wasserhärte im Aquarium
| Parameter | Gesellschaftsbecken | Pflanzenaquarium | Weichwasserbecken |
|---|---|---|---|
| KH | 4 -- 8 °dH | 3 -- 6 °dH | 1 -- 3 °dH |
| GH | 6 -- 14 °dH | 4 -- 10 °dH | 2 -- 6 °dH |
Wichtige Hinweise zur Pufferwirkung
Die Karbonathärte stabilisiert den pH-Wert im Aquarium. Sinkt die KH unter 2 °dH, droht ein pH-Sturz oder ein unkontrollierter Anstieg auf Werte über pH 9. Beides kann für Fische und Pflanzen gefährlich werden. Aus diesem Grund sollten Sie die Karbonathärte nicht unter 2 °dH absenken -- außer Sie überwachen den pH-Wert kontinuierlich mit einem CO2/KH/pH-System.
Zusammenhang mit der CO2-Versorgung
Je höher die Karbonathärte, desto mehr CO2 muss dem Wasser zugeführt werden, um einen pflanzenfreundlichen pH-Wert zu erreichen. Das Verschneiden reduziert den CO2-Bedarf erheblich. In unserer Tabelle der empfohlenen Wasserwerte finden Sie die optimalen Bereiche für alle wichtigen Parameter.
Verschneidung und Schadstoffreduktion
Ein weiterer Vorteil des Verschneidens: Hohe Nitrat- oder Phosphatwerte im Leitungswasser werden proportional zur Reinwassermenge reduziert. In Gebieten mit Nitratwerten über 25 mg/l im Leitungswasser kann dies ein entscheidender Faktor sein. Detaillierte Informationen zur Wasserhärte und ihren Auswirkungen finden Sie in unserem Artikel KH und GH im Aquarium.
Häufige Fragen
Kann ich auch reines Osmosewasser verwenden?
Reines Osmosewasser ohne Aufhärtung enthält kaum Mineralien und keine Pufferkapazität. Es sollte immer mit Leitungswasser oder Aufhärtesalzen versetzt werden. Der Rechner berücksichtigt dies automatisch.
Wie oft sollte ich einen Wasserwechsel durchführen?
Die Empfehlung liegt bei 25 % bis 50 % des Nettovolumens pro Woche. In stark bepflanzten Aquarien mit Düngung kann ein wöchentlicher Wechsel von 50 % sinnvoll sein. Die Häufigkeit hängt vom Besatz, der Bepflanzung und der Düngung ab.
Was bedeutet der Wirkungsgrad der Reinwassererzeugung?
Der Wirkungsgrad gibt an, wie viel Prozent der gelösten Salze entfernt werden. Eine typische Osmoseanlage erreicht 95 %, ein Vollentsalzer nahezu 100 %. Bei der Berechnung wird der Restsalzgehalt im Reinwasser berücksichtigt.