Warum Algen im Aquarium unvermeidbar sind
In jedem Aquarium sind Algensporen vorhanden. Sie gelangen über Pflanzen, Dekorationsmaterial und Leitungswasser in das Becken. Im günstigen Fall besteht ein stabiles biologisches Gleichgewicht, in dem Algen nicht sichtbar in Erscheinung treten.
Gerät dieses Gleichgewicht durch einen Nährstoffüberschuss, eine Veränderung der Lichtverhältnisse oder einen Mangel an CO2 ins Wanken, können sich Algen rasch ausbreiten. Die Bekämpfung richtet sich daher nicht gegen die Algen selbst, sondern gegen die Ursache des Ungleichgewichts.
Die wichtigsten Algenarten im Süßwasseraquarium
Grünalgen (Fadenalgen, Punktalgen, Schwebealgen)
Grünalgen treten in verschiedenen Formen auf. Fadenalgen bilden lange, grüne Fäden an Pflanzen und Dekoration. Punktalgen erscheinen als grüne Punkte auf Scheiben und Blättern. Schwebealgen trüben das Wasser grünlich. Häufige Ursache: zu hoher Phosphatgehalt bei gleichzeitig starker Beleuchtung.
Braunalgen (Kieselalgen)
Braunalgen bilden einen bräunlichen Belag auf Scheiben, Steinen und langsam wachsenden Pflanzen. Sie treten besonders in der Einfahrphase neuer Aquarien auf, wenn das biologische Gleichgewicht noch nicht hergestellt ist. Häufige Ursache: geringe Beleuchtungsstärke und hoher Silikatgehalt.
Blaualgen (Cyanobakterien)
Blaualgen sind streng genommen keine Algen, sondern Bakterien. Sie bilden schmierige, dunkelgrüne bis blaugrüne Beläge mit unangenehmem Geruch. Häufige Ursache: Stickstoffmangel, mangelnde Strömung oder ein gestörtes Bakteriengleichgewicht im Bodengrund.
Rotalgen (Pinselalgen, Bartalgen)
Rotalgen erscheinen als dunkle, büschelförmige Beläge an Blatträndern und Einrichtungsgegenständen. Häufige Ursache: zu wenig CO2 bei gleichzeitig hohem Nährstoffangebot.
Phosphat als Schlüssel zur Algenkontrolle
Verschiedene Untersuchungen belegen, dass das Auftreten von Algen in bepflanzten Aquarien kontrolliert werden kann, wenn Phosphat zum limitierenden Element des Pflanzenwachstums wird. Werden CO2, Mikronährstoffe, Stickstoff und Kalium in ausreichender Menge bereitgestellt, verbrauchen die Pflanzen das verfügbare Phosphat vollständig.
Der Zielwert für freies Phosphat in der Wassersäule liegt bei annähernd 0 mg/l. Dabei ist wichtig, dass die Pflanzen das Phosphat selbst aufbrauchen und nicht durch chemische Mittel entfernt wird. Die empfohlenen Wasserwerte geben Ihnen eine Orientierung für alle relevanten Parameter.
Systematische Algenkontrolle in fünf Schritten
- Ausgangsbedingungen schaffen: Beleuchtungsstärke, CO2-Gehalt (10 bis 15 mg/l) und Eisendüngung (0,1 mg/l Fe) einstellen. pH-Wert zwischen 6,5 und 7,0 anstreben.
- Mikronährstoffe dosieren: Eisen-Volldünger gemäß Herstellerangabe täglich zugeben. Falls der Dünger kein Magnesium enthält, Bittersalz im Verhältnis 1,5 bis 5,0 ppm Mg pro 1 ppm Fe ergänzen.
- Nitrat überwachen: Nach etwa einer Woche NO3 messen. Bei Werten unter 2 mg/l zum nächsten Schritt übergehen. Bei höheren Werten zusätzlich Kaliumsulfat (K2SO4) dosieren.
- Stickstoff anheben: KNO3 täglich zuführen, um den NO3-Spiegel auf etwa 10 mg/l anzuheben.
- Beobachten und anpassen: Befallene Pflanzen und Dekorationsgegenstände gründlich reinigen. Wasserwerte wöchentlich kontrollieren.
Verändern Sie nie mehrere Parameter gleichzeitig. Greifen Sie schrittweise ein und beobachten Sie die Auswirkungen über mindestens eine Woche.
Weitere Ansätze zur Algeneindämmung
Schnellwüchsige Pflanzen entziehen Algen effektiv die Nährstoffgrundlage. Ergänzend können algenfressende Tierarten eingesetzt werden, etwa Otocinclus-Welse oder Amano-Garnelen (Caridina multidentata). Diese sollten jedoch nicht allein zur Algenbekämpfung angeschafft werden.
Zur korrekten Bemessung der Beleuchtungsstärke finden Sie einen eigenen Ratgeber. Zu starke oder zu lange Beleuchtung begünstigt das Algenwachstum ebenso wie ein Ungleichgewicht bei den Nährstoffen.
Der Filter sollte in der Phase der Algenkontrolle nicht zu häufig gereinigt werden. Erst bei deutlich verringertem Wasserdurchfluss sollte eingegriffen werden, um die aufgebaute Bakterienkultur nicht zu stören.