Zielwerte für den CO2-Gehalt
Kohlendioxid (CO2) ist neben Licht der wichtigste Wachstumsfaktor für Wasserpflanzen. Über die Photosynthese wandeln Pflanzen CO2 zusammen mit Wasser und Lichtenergie in Glucose und Sauerstoff um.
| Beckentyp | CO2-Gehalt | Hinweis |
|---|---|---|
| Standardbeleuchtung | 10 – 25 mg/l | Geeignet für moderate Bepflanzung |
| Starklichtbecken | 25 – 40 mg/l | Für dichte Bepflanzung mit hohem Lichtangebot |
Werte über 40 mg/l können für empfindliche Fischarten schädlich sein und den pH-Wert unter einen kritischen Schwellenwert senken. Eine behutsame Annäherung an den Zielwert ist daher ratsam.
Der Zusammenhang zwischen CO2, Karbonathärte und pH-Wert
CO2, Karbonathärte und pH-Wert stehen in einem physikalisch-chemischen Zusammenhang. Kennen Sie zwei der drei Werte, lässt sich der dritte rechnerisch bestimmen. Der CO2/KH/pH-Rechner unterstützt Sie bei dieser Berechnung.
Beachten Sie: Bei sehr weichem Wasser, nach Filterung über Torf oder bei Zugabe pH-senkender Mittel ist dieser Zusammenhang nicht mehr zuverlässig. In solchen Fällen empfiehlt sich ein CO2-Dauertest mit Indikatorflüssigkeit.
Vorgehensweise zur Einstellung der CO2-Zufuhr
Die meisten CO2-Düngesysteme verfügen über einen Blasenzähler. Mit diesem lässt sich die zugeführte CO2-Menge überwachen und regulieren. Als Ausgangswert für die Ersteinstellung dient folgende Faustformel:
Netto-Wasservolumen in Litern x 0,15 = Blasen pro Minute
Bei üblichen Blasenzählern entsprechen etwa 10 Blasen pro Minute einer Tagesmenge von 1 g CO2. Der Erfahrungswert liegt bei etwa 1,5 g CO2 pro 100 Liter Wasser und Tag. Je nach Wirkungsgrad des CO2-Reaktors kann die benötigte Blasenzahl höher ausfallen.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Ermitteln Sie den aktuellen CO2-Gehalt anhand von pH-Wert und KH (möglichst zur Mittagszeit messen).
- Stellen Sie die Blasenzahl nach der Faustformel ein.
- Messen Sie morgens und abends den pH-Wert. Passen Sie die Blasenzahl einmal täglich an.
- Wiederholen Sie den Vorgang, bis der gewünschte CO2-Gehalt stabil erreicht ist.
Woran erkennen Sie, dass der CO2-Bedarf gedeckt ist?
Ein zuverlässiges Indiz ist die Bildung von Sauerstoffbläschen an den Pflanzenblättern, das sogenannte Perlen. Wenn diese Bläschen etwa 1 bis 2 Stunden vor dem Abschalten der Beleuchtung auftreten, ist die CO2-Versorgung für die Photosynthese ausreichend.
Treten die Bläschen bereits in der ersten Hälfte der Beleuchtungsphase auf, kann dies auf eine zu hohe CO2-Zufuhr oder ein ungünstiges Verhältnis zwischen Lichtmenge und CO2-Angebot hinweisen. In diesem Fall sollten Sie entweder die CO2-Menge reduzieren oder die Einführung einer Mittagspause von 3 bis 4 Stunden in Betracht ziehen.
pH-Differenz als Kontrollparameter
Vergleichen Sie den pH-Wert morgens vor dem Einschalten des Lichts mit dem Wert abends vor dem Ausschalten. Morgens sollte der pH-Wert niedriger sein, da Pflanzen und Fische in der Nacht CO2 produziert haben. Abends ist er durch den CO2-Verbrauch der Pflanzen höher. Eine deutliche Differenz deutet auf einen hohen Stoffumsatz und gesundes Pflanzenwachstum hin.
Ergänzende Werkzeuge und Beiträge
Zur Berechnung des CO2-Verbrauchs und der Standzeit Ihrer CO2-Druckflasche nutzen Sie den CO2-Verbrauchsrechner. Grundlegende Informationen zur Auswahl und Einrichtung einer CO2-Anlage finden Sie im Beitrag CO2-Anlage im Aquarium.
Beachten Sie, dass die CO2-Düngung nur dann volle Wirkung entfaltet, wenn auch Lichtmenge und übrige Nährstoffe in der richtigen Dosierung vorhanden sind. Ein einzelner limitierender Faktor begrenzt den gesamten Pflanzenwuchs.