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Einrichtungsbeispiel 1: Pflanzenaquarium im Detail

Ein 200-Liter-Pflanzenaquarium mit durchdachter Technik, abgestimmter Bepflanzung und bewährtem Pflegekonzept. Alle relevanten Daten auf einen Blick.


Dicht bepflanztes 200-Liter-Pflanzenaquarium mit Moorkienwurzeln und Stängelpflanzen

Technische Daten

Das vorgestellte Becken misst 100 x 40 x 50 cm und fasst brutto 200 Liter. Die Glasstärke beträgt 8 mm. Das Nettovolumen liegt bei etwa 170 Litern, abzüglich Bodengrund und Dekoration. Für die exakte Berechnung des Gesamtgewichts empfiehlt sich der Gewichtrechner.

Als Beleuchtung kommen zwei LED-Leisten mit insgesamt 60 Watt zum Einsatz. Die Lichtfarbe liegt bei 6.500 Kelvin. Der Lichtstrom erreicht 5.400 Lumen. Die tägliche Beleuchtungsdauer beträgt 10 Stunden, aufgeteilt in zwei Phasen mit einer einstündigen Mittagspause.

Die Filterung übernimmt ein Außenfilter mit 900 l/h Pumpenleistung. Der tatsächliche Durchsatz liegt gedrosselt bei etwa 600 l/h. Als Filtermedien dienen lediglich grobporige Schwämme. Dieses Prinzip der Minimalfilterung verhindert das Ausfällen wichtiger Makronährstoffe aus dem Wasser.

Ein Regelheizer mit 150 Watt hält die Temperatur stabil bei 25 Grad Celsius. Die CO2-Versorgung erfolgt über eine 2-kg-Druckgasanlage mit Magnetventil zur Nachtabschaltung. Die Einleitung geschieht über einen Inline-Diffusor im Filterrücklauf. Der CO2-Gehalt liegt bei etwa 25 bis 30 mg/l.

Einrichtung und Bepflanzung

Der Bodengrund besteht aus 30 kg feinem Quarzkies mit einer Körnung von 1 bis 2 mm. Die Schichthöhe steigt von vorn (5 cm) nach hinten (10 cm) an. Unter dem Kies liegt eine 2 cm dicke Schicht Nährboden. Weitere Informationen zur Beckenwahl finden Sie unter Aquarium-Becken.

Drei mittelgroße Moorkienwurzeln bilden das Hardscape. Sie sind versetzt angeordnet und erzeugen eine asymmetrische Tiefenwirkung. Auf den Wurzeln wächst Vesicularia dubyana (Javamoos), das mit dünnem Nylonfaden befestigt wurde.

Im Vordergrund dominiert Pogostemon helferi mit seinen gewellten Blättern. Der Mittelgrund zeigt Cryptocoryne wendtii in der braunen Variante. Hygrophila polysperma und Rotala rotundifolia bilden den Hintergrund. Vallisneria spiralis schließt die Rückseite optisch ab und verdeckt die Technik.

Die Pflanzenauswahl setzt bewusst auf Kontraste in Blattform und Farbe. Insgesamt wachsen sieben verschiedene Arten im Becken. Schnellwachsende Stängelpflanzen nehmen überschüssige Nährstoffe auf und bremsen so den Algenwuchs.

Fischbesatz

Der Besatz orientiert sich an den Anforderungen eines bepflanzten Gesellschaftsbeckens. Friedliche Schwarmfische stehen im Mittelpunkt. Eine ausführliche Übersicht geeigneter Arten bietet die Seite Fischbesatz im Pflanzenaquarium. Einen alternativen Ansatz mit kleinerem Beckenvolumen zeigt das Naturaquarium 120 Liter.

20 Rote Neons (Paracheirodon axelrodi) bilden den Hauptschwarm. Sie bevorzugen weiches Wasser mit einem pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5. Die Gesamthärte liegt in diesem Becken bei 6 Grad dGH.

Ein Paar Schmetterlingsbuntbarsche (Mikrogeophagus ramirezi) ergänzt den Besatz. Diese Zwergcichliden benötigen Temperaturen ab 26 Grad Celsius. Die dichte Bepflanzung bietet ihnen ausreichend Rückzugsmöglichkeiten.

Acht Ohrgitterharnischwelse (Otocinclus affinis) übernehmen die Algenkontrolle an Scheiben und Blättern. Zehn Amanogarnelen ergänzen das Reinigungsteam. Sie fressen Fadenalgen und verwerten Futterreste.

Pflegetipps

Ein wöchentlicher Wasserwechsel von 30 Prozent hält die Nährstoffkonzentration im Gleichgewicht. Das Wechselwasser wird mit Osmosewasser verschnitten, um die Gesamthärte niedrig zu halten.

Die Düngung erfolgt nach dem Estimative Index. Täglich werden Mikronährstoffe dosiert. Makronährstoffe (Nitrat, Phosphat, Kalium) kommen dreimal pro Woche ins Becken. Die Zielwerte liegen bei 10 mg/l Nitrat, 0,5 mg/l Phosphat und 10 mg/l Kalium.

Der Außenfilter wird alle sechs bis acht Wochen gereinigt. Dabei genügt es, die Schwämme im Beckenwasser auszudrücken. Ein vollständiger Austausch der Filtermedien ist nicht nötig.

Die Pflanzen werden bei Bedarf zurückgeschnitten. Stängelpflanzen wachsen innerhalb von zwei Wochen bis zur Oberfläche. Ein regelmäßiger Rückschnitt fördert die Verzweigung und verhindert Beschattung der unteren Bereiche. Die CO2-Flasche reicht bei einem Verbrauch von etwa 15 Blasen pro Minute rund vier Monate.