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CO2-Düngung im Pflanzenaquarium: Systeme, Kosten und Einstellung

Kohlendioxid ist der wichtigste Pflanzennährstoff im Aquarium. Über die Photosynthese wandeln Wasserpflanzen CO2 zusammen mit Wasser und Lichtenergie in Glukose und Sauerstoff um. Ohne ausreichend CO2 stockt das Pflanzenwachstum, und Algen gewinnen die Oberhand.


CO2-Druckgasanlage mit Druckminderer, Blasenzähler und Diffusor für das Pflanzenaquarium

Bei dichtem Pflanzenbestand und guter Beleuchtung kann das natürlich im Wasser gelöste CO2 nicht ausreichen. Ein Konzentrationsbereich von 10 bis 25 mg/l gilt für Standardbecken als optimal. Bei Starklichtbecken mit mehr als 0,5 W/l sind 25 bis 40 mg/l CO2 empfehlenswert.

Der aktuelle CO2-Gehalt lässt sich anhand der Karbonathärte (KH) und des pH-Werts berechnen. Den exakten Zusammenhang zeigt der CO2/KH/pH-Rechner. Liegt der errechnete Wert dauerhaft unter 10 mg/l, profitiert Ihr Becken von einer zusätzlichen CO2-Düngung.

Bio-CO2-Anlagen produzieren Kohlendioxid durch Hefegärung. Zucker, Hefe und Wasser werden in einem bestimmten Verhältnis in einer Vorratsflasche gemischt. Das entstehende Gas gelangt über einen Schlauch zum Diffusionsgerät im Aquarium.

Der Vorteil liegt in den geringen Anschaffungskosten. Der Nachteil besteht in der schwankenden CO2-Produktion. Mit reinem Zucker beginnt die Gärung schnell, lässt aber nach wenigen Tagen nach. Fertige Bio-CO2-Sets mit Puffersystem liefern über mehrere Wochen eine gleichmäßigere Produktion.

Biologische CO2-Anlagen eignen sich für Aquarien bis etwa 160 l. Für größere Becken oder präzise Steuerung empfiehlt sich eine Druckgasanlage.

Eine Druckgasanlage besteht aus CO2-Druckflasche, Druckminderer mit Nadelventil, Blasenzähler, druckfestem Schlauch und CO2-Reaktor. Optional kommt ein Magnetventil für die Nachtabschaltung hinzu.

Wählen Sie beim Kauf eine wiederbefüllbare Mehrwegflasche. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist deutlich besser als bei Einwegsystemen. Mehrwegflaschen lassen sich im Zoohandel nachfüllen oder gegen befüllte Flaschen tauschen. Achten Sie darauf, dass die Flasche einen Schutzbügel oder Tragegriff besitzt. Ohne diesen sogenannten Cage darf die Flasche aus Sicherheitsgründen nicht befüllt werden.

Wie lange eine CO2-Flasche reicht, hängt von Füllmenge und Blasenzahl ab. Eine Abschätzung liefert der CO2-Verbrauchsrechner.

Blasenzähler: Platzieren Sie den Blasenzähler in unmittelbarer Nähe des Druckminderers. So werden Änderungen der CO2-Zugabemenge sofort sichtbar. Eine Befestigung mit Klettband an der Druckflasche hat sich bewährt.

Magnetventil: In Verbindung mit einer Zeitschaltuhr schaltet das Magnetventil die CO2-Zufuhr während der Dunkelphase ab. Pflanzen betreiben nachts keine Photosynthese und verbrauchen kein CO2. Die Nachtabschaltung spart Gas und verhindert eine übermäßige CO2-Anreicherung.

Rücklaufsicherung: Sie wird zwischen Druckminderer und Blasenzähler eingebaut. Bei einem Druckabfall verhindert sie, dass Wasser in die empfindlichen Komponenten der Anlage gelangt.

CO2-Schlauch: Verwenden Sie ausschließlich gasdichte Druckschläuche. Herkömmliche Silikonschläuche sind für CO2 nicht geeignet, da das Gas durch die Wandung diffundiert.

Die Wahl des Diffusionsgeräts bestimmt maßgeblich die Effizienz des CO2-Eintrags. Passive Systeme nutzen den natürlichen Auftrieb der Gasblasen im Wasser.

Ausströmer: CO2 wird über kleine Poren in Lindenholz oder Keramikmembranen zerstäubt. Die Blasen steigen schnell auf und lösen sich nur teilweise. Der Wirkungsgrad ist gering.

Glasspiralen-Reaktor: In einem zylindrischen Gehäuse steigen CO2-Blasen auf einer wendelförmigen Bahn auf. Der längere Weg erhöht die Kontaktzeit mit dem Wasser. Seitliche Ventilationsschlitze verbessern die Diffusion zusätzlich. Modulare Systeme lassen sich an die Beckengröße anpassen.

Flipper: Kaskadenförmig angeordnete Führungsstege zwingen die Blasen auf einen langen Weg nach oben. Dabei werden sie in immer kleinere Bläschen zerteilt und lösen sich vollständig im Wasser.

Aktive Reaktoren werden durch eine Pumpe oder den Filterkreislauf angetrieben. Im Gegenstromprinzip strömt Wasser von oben nach unten, während CO2 von unten zugeführt wird. Füllmaterialien im Reaktor vergrößern die Kontaktfläche. Eine weitere Möglichkeit ist die direkte Einleitung von CO2 in den Ansaugschlauch eines Außenfilters. Der Filter fungiert dann als Reaktor.

Starten Sie mit einer Blasenzahl von etwa 10 Blasen pro Minute für ein 100 l Becken. Messen Sie nach 24 Stunden den pH-Wert und berechnen Sie den CO2-Gehalt. Passen Sie die Blasenzahl schrittweise an, bis der Zielbereich erreicht ist.

Ein CO2-Dauertest im Aquarium zeigt den ungefähren CO2-Gehalt farblich an. Grün signalisiert einen Wert im optimalen Bereich. Gelb deutet auf einen zu hohen, Blau auf einen zu niedrigen CO2-Gehalt hin. Weitere Informationen zur richtigen CO2-Menge finden Sie im Beitrag Wie viel CO2 braucht mein Aquarium?.