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Fischbesatz im Pflanzenaquarium: Arten und Vergesellschaftung

Nicht jede Fischart eignet sich für ein bepflanztes Becken. Diese Übersicht zeigt passende Schwarmfische, Zwergcichliden und Wirbellose für Aquarien von 100 bis 300 Litern.


Schwarm Roter Neons in einem dicht bepflanzten Aquarium

Grundsätze der Besatzplanung

Im Pflanzenaquarium stehen die Wasserpflanzen im Mittelpunkt. Der Fischbesatz sollte diesen Schwerpunkt unterstützen, nicht untergraben. Wühlende oder pflanzenfressende Arten sind daher ungeeignet. Antennenwelse zum Beispiel raspeln an zarten Blättern und hinterlassen sichtbare Schäden.

Als Faustregel gilt: Pro Liter Nettowasservolumen höchstens 0,5 cm Fischlänge. Ein 200-Liter-Becken verträgt demnach einen Gesamtbesatz von etwa 100 cm Fischlänge. Diese Regel berücksichtigt bereits eine moderate Bepflanzung. Ein konkretes Beispiel finden Sie in unserem Einrichtungsbeispiel 1.

Die Wasserwerte bestimmen die Artenauswahl maßgeblich. Weiches, leicht saures Wasser passt zu südamerikanischen Salmlern. Härteres Leitungswasser eignet sich eher für Lebendgebärende. Vor dem Kauf sollten Sie Ihre Wasserwerte kennen und mit den Ansprüchen der gewünschten Arten abgleichen.

Geeignete Schwarmfische

Der Rote Neon (Paracheirodon axelrodi) zählt zu den beliebtesten Aquarienfischen weltweit. Er erreicht eine Größe von 5 cm und benötigt eine Schwarmstärke von mindestens 15 Tieren. Die optimale Temperatur liegt bei 24 bis 28 Grad Celsius. Weiches Wasser unter 6 Grad dGH ist ideal.

Der Schrägchwimmer (Thayeria boehlkei) fällt durch seine charakteristische Schwimmhaltung auf. Er hält sich bevorzugt im oberen Beckenbereich auf. Mit einer Endgröße von 6 cm benötigt er ein Becken ab 80 cm Länge. Schwimmpflanzen an der Oberfläche fördern sein Wohlbefinden. Wichtig: Schrägchwimmer sind gute Springer. Eine Abdeckung ist zwingend erforderlich.

Der Marmorierte Beilbauchsalmler eignet sich als optische Ergänzung an der Wasseroberfläche. Er erreicht nur 4 cm Größe und bevorzugt die kräftige Strömung des Filterauslasses. Auch diese Art springt bei Erschrecken. Eine lückenlose Abdeckung schützt vor Verlusten.

Keilfleckbärblinge (Trigonostigma heteromorpha) bilden ruhige Schwärme in der mittleren Wasserzone. Sie vertragen Temperaturen von 23 bis 28 Grad Celsius und eine Gesamthärte bis 10 Grad dGH. Mit 4 cm Endgröße passen sie auch in kleinere Pflanzenaquarien ab 60 Litern.

Zwergcichliden als Blickfang

Der Südamerikanische Schmetterlingsbuntbarsch (Mikrogeophagus ramirezi) bringt mit seiner gelb-blauen Färbung einen auffälligen Kontrast in den Schwarmfischbesatz. Er bleibt mit 5 bis 6 cm klein und benötigt Temperaturen ab 26 Grad Celsius. Die Gesamthärte sollte unter 7 Grad dGH liegen.

Diese Art ist anspruchsvoll in der Haltung. Regelmäßige Wasserwechsel und stabile Wasserwerte sind Pflicht. Verstecke zwischen Pflanzen und Wurzeln benötigt der Schmetterlingsbuntbarsch für sein Wohlbefinden. Die Vergesellschaftung mit friedlichen Salmlern funktioniert in der Regel problemlos.

Der Kakadu-Zwergbuntbarsch (Apistogramma cacatuoides) ist etwas robuster. Er erreicht 7 bis 9 cm und akzeptiert Gesamthärten bis 15 Grad dGH. Ein Männchen duldet jedoch kein zweites Männchen derselben Art im Becken. Bereits 200 Liter reichen nicht immer für zwei Reviere aus.

Algenfresser und Wirbellose

Der Ohrgitterharnischwels (Otocinclus affinis) ist ein effektiver Aufwuchsfresser. Er schädigt keine Pflanzen und bleibt mit 3 bis 4 cm sehr klein. Otocinclus sind ausgeprägte Gruppentiere. Erst ab 7 bis 10 Tieren zeigen sie ihr natürliches Verhalten. Ergänzend nehmen sie Gemüsescheiben wie Zucchini an.

Die Amanogarnele (Caridina multidentata) beseitigt Fadenalgen und Futterreste. Eine Gruppe von 10 Tieren bewältigt den Algenwuchs in einem 200-Liter-Becken wirksam. Amanogarnelen benötigen Versteckmöglichkeiten für die Häutungsphase. Dichte Moospolster oder feingliedrige Pflanzen bieten den nötigen Schutz.

Die Siamesische Rüsselbarbe (Crossocheilus oblongus) gilt als Jungfisch als einer der besten Algenfresser überhaupt. Ausgewachsen wird sie jedoch bis zu 15 cm groß und zeigt dann zunehmend aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen. Für dauerhaft bepflanzte Becken ist sie daher nur bedingt geeignet.

Tipps zur Vergesellschaftung

Mischen Sie Arten aus ähnlichen Lebensräumen. Südamerikanische Salmler, Zwergcichliden und Welse aus dem gleichen Verbreitungsgebiet haben vergleichbare Ansprüche an Temperatur und Wasserchemie.

Nutzen Sie verschiedene Beckenzonen. Schrägchwimmer beleben die Oberfläche. Neons schwimmen im Mittelwasser. Otocinclus halten sich vorwiegend an Scheiben und Blättern auf. So entsteht ein lebendiges Gesamtbild ohne Konkurrenz um den Schwimmraum.

Setzen Sie neue Fische stets am Abend ein, wenn die Beleuchtung bereits gedimmt ist. Das reduziert den Stress für alle Beckenbewohner. Eine Quarantäne von mindestens zwei Wochen in einem separaten Becken schützt den bestehenden Besatz vor eingeschleppten Krankheiten. Ausführliche Hinweise zur laufenden Pflege finden Sie unter Aquarium-Pflege.