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Pflanzen gegen Algen: Nährstoffkonkurrenz im Aquarium nutzen

Schnellwüchsige Wasserpflanzen gehören zu den wirksamsten Mitteln gegen eine Algenplage. Sie entziehen dem Wasser Nährstoffe so effektiv, dass Algen in Rückstand geraten. Dieser Beitrag stellt geeignete Pflanzenarten vor und erklärt das zugrunde liegende Prinzip.


Dicht bepflanztes Aquarium mit schnellwachsenden Stängelpflanzen zur Algenvorbeugung

Nährstoffkonkurrenz: Wie Pflanzen Algen verdrängen

Pflanzen und Algen konkurrieren um dieselben Ressourcen: Licht, CO2, Stickstoff, Phosphat und Mikronährstoffe. Schnellwüchsige Pflanzen haben einen entscheidenden Vorteil. Sie nehmen Nährstoffe direkt über die Blattoberfläche aus der Wassersäule auf und verarbeiten diese rascher als Algen.

Besonders wirksam ist die Phosphataufnahme. Wird freies Phosphat durch einen hohen Pflanzenstoffwechsel auf ein Minimum reduziert, fehlt den Algen der limitierende Nährstoff für ihr Wachstum. Ergänzende Informationen zur systematischen Algenkontrolle finden Sie im zugehörigen Ratgeber.

Richtwerte für die Bepflanzungsdichte

Für eine wirksame Algenvorbeugung gelten folgende Empfehlungen:

  • Bedecken Sie mindestens 80 % der Grundfläche mit Pflanzen.
  • Mindestens die Hälfte der Pflanzen sollten schnellwüchsige Arten sein.
  • In der Einfahrphase eines neuen Aquariums den Anteil schnellwüchsiger Arten vorübergehend auf 70 bis 80 % erhöhen.

Großblättrige Echinodorus-Arten, Cryptocorynen und Anubias sind zwar dekorativ, benötigen jedoch Wochen bis Monate, um biologisch wirksam zu werden. Für die Algenvorbeugung eignen sie sich nur ergänzend.

Schnellwüchsige Pflanzen für die Algenprophylaxe

Die folgenden Arten haben sich in der Praxis als zuverlässige Nährstoffkonkurrenten gegen Algen bewährt. Die meisten sind auch für Einsteiger gut zu pflegen.

Pflanzenart Verwendung Temperatur / pH
Hygrophila polysperma
Indischer Wasserfreund
Gruppe im Vorder- und Mittelgrund. Gutwüchsig auch in härterem Wasser. 22 – 28 °C / pH 6,5 – 7,9
Hygrophila difformis
Indischer Wasserstern
Gruppe im Mittelgrund. Hellgrüne, gefiederte Blätter als Blickfang. 24 – 28 °C / pH 6,0 – 8,0
Shinnersia rivularis
Mexikanisches Eichenblatt
Gruppe im Mittelgrund. Enorme Wuchskraft. Stecklinge an der Oberfläche bilden kompakte Sprosse. 18 – 30 °C / pH 6,0 – 8,0
Egeria densa
Wasserpest
Frei schwimmend oder eingepflanzt. Bevorzugt härteres, alkalisches Wasser. 20 – 24 °C / pH 6,0 – 9,2
Ceratophyllum demersum
Hornkraut
Wurzellos, sofortige Nährstoffaufnahme. Ideal für die Einfahrphase. 22 – 28 °C / pH 6,5 – 9,5
Heteranthera zosterifolia
Seegrasblättriges Trugkölbchen
Gruppe im Mittelgrund. Etwas lichtbedürftig, erzeugt feines Blattwerk. 23 – 27 °C / pH 6,0 – 7,5
Rotala rotundifolia
Rundblättrige Rotala
Gruppe im Mittelgrund. Farbintensiv bei starker Beleuchtung. 24 – 28 °C / pH 6,0 – 8,0
Vallisneria spiralis
Gewöhnliche Wasserschraube
Hintergrund oder Beckenrand. Bildet Ausläufer und breitet sich rasch aus. 20 – 28 °C / pH 6,8 – 9,0

Ergänzende Pflanzentypen

Neben den Stängelpflanzen eignen sich auch Schwimmpflanzen und Moose für die Nährstoffkonkurrenz. Schwimmpflanzen nehmen Nährstoffe besonders effektiv auf, da sie direkten Zugang zu atmosphärischem CO2 haben und nicht auf die gelöste CO2-Menge im Wasser angewiesen sind.

  • Ceratopteris thalictroides (Sumatrafarn): Großer Farn, der eingepflanzt oder schwimmend kultiviert werden kann. An schwimmenden Blättern bilden sich rasch Jungpflanzen. Temperatur: 22 bis 28 °C, pH 6,0 bis 9,0.
  • Hydrocotyle leucocephala (Brasilianischer Wassernabel): Rundliche Blätter bilden einen reizvollen Kontrast zu schmalblättrigen Stängelpflanzen. Bevorzugt mittlere bis starke Beleuchtung. Temperatur: 20 bis 28 °C, pH 6,0 bis 8,0.
  • Riccia fluitans (Teichlebermoos): Lichtbedürftiges Moos, das frei schwimmend oder aufgebunden auf Dekorationsmaterial verwendet wird. Temperatur: 20 bis 27 °C, pH 6,0 bis 8,0.

Voraussetzungen für einen hohen Pflanzenstoffwechsel

Damit die Pflanzen ihre volle Nährstoffaufnahme entfalten, müssen die übrigen Wachstumsbedingungen stimmen. Ein Mangel an einem einzelnen Nährstoff begrenzt den gesamten Stoffwechsel, unabhängig davon, wie reichlich die übrigen Nährstoffe vorhanden sind (Liebig'sches Minimumgesetz).

Prüfen Sie daher regelmäßig die Nährstoffversorgung und achten Sie auf Mangelerscheinungen bei Wasserpflanzen. Eine ausgewogene Düngung mit Eisen-Volldünger, Kalium und Stickstoff in Kombination mit CO2-Düngung schafft die Grundlage für kräftigen Pflanzenwuchs und wirksame Algenprophylaxe.