Ist die vorhandene Beleuchtung ausreichend?
Bevor Sie in zusätzliche Leuchten investieren, sollten Sie den tatsächlichen Lichtbedarf ermitteln. Die Bemessung der Beleuchtungsstärke beschreibt die relevanten Richtwerte in Lumen pro Liter.
Typische Anzeichen für unzureichende Beleuchtung:
- Pflanzen wachsen überwiegend in die Höhe statt in die Breite (Lichtmangel-Streckwuchs).
- Untere Blätter von Stängelpflanzen fallen ab.
- Bodendecker wachsen nicht flächig, sondern bilden nur einzelne Triebe.
- Rote Pflanzen verlieren ihre Rotfärbung und werden grün.
Messen Sie die Lumen-Angabe Ihrer aktuellen Leuchte und berechnen Sie den Wert in lm/l. Liegt er unter 25 lm/l, profitieren die meisten Pflanzenaquarien von einer Erweiterung.
Nachrüstung mit LED-Aufsatzleuchten
Die einfachste und flexibelste Lösung sind LED-Aufsatzleuchten. Sie werden direkt auf die Abdeckung oder die Glasstege des Aquariums gesetzt. Vorteile:
- Kein Umbau der vorhandenen Abdeckung erforderlich.
- Leuchten mit Klemmhalterung passen auf verschiedene Beckenbreiten.
- Dimmbare Modelle erlauben eine stufenlose Anpassung der Lichtmenge.
- Geringer Stromverbrauch und lange Lebensdauer (30.000 bis 50.000 Stunden).
Achten Sie bei der Auswahl auf die Lumen-Angabe, die Farbtemperatur (4.000 bis 6.500 K für Pflanzenaquarien) und den Farbwiedergabeindex (Ra ≥ 80).
Umrüstung der vorhandenen Abdeckung
Aquarienabdeckungen mit Leuchtstoffröhren-Fassungen lassen sich in vielen Fällen auf LED umrüsten. Es gibt LED-Röhren im T5- und T8-Format, die direkt in vorhandene Fassungen eingesetzt werden können. Dabei sind zwei Varianten zu unterscheiden:
Retrofit-LED-Röhren
Diese LED-Röhren ersetzen Leuchtstoffröhren 1:1. Sie nutzen das vorhandene Vorschaltgerät (EVG). Nicht alle LED-Röhren sind mit allen EVG-Typen kompatibel. Prüfen Sie die Kompatibilität vor dem Kauf.
Direktverdrahtung
Dabei wird das EVG umgangen und die LED-Röhre direkt an die Netzspannung angeschlossen. Diese Variante erfordert einen Umbau der Verdrahtung. Lassen Sie elektrische Umbauten von einer Fachperson durchführen.
Platzierung der zusätzlichen Lichtquelle
Die Position der Zusatzleuchte beeinflusst die Lichtverteilung im Becken. Folgende Empfehlungen haben sich bewährt:
- Positionieren Sie die Zusatzleuchte über dem Bereich, in dem die lichthungrigsten Pflanzen stehen (Vordergrund oder Mitte).
- Vermeiden Sie es, die gesamte Zusatzbeleuchtung auf einen kleinen Bereich zu konzentrieren. Eine gleichmäßige Ausleuchtung beugt punktuellem Algenwuchs vor.
- Bei offenen Becken ohne Abdeckung eignen sich Hängeleuchten oder Stativleuchten. Der Abstand zur Wasseroberfläche sollte 15 bis 30 cm betragen.
Was Sie bei einer Lichterhöhung beachten sollten
Mehr Licht beschleunigt die Photosynthese. Damit steigt auch der Bedarf an CO2 und Nährstoffen. Erhöhen Sie die Lichtmenge schrittweise und passen Sie CO2-Düngung und Nährstoffversorgung parallel an. Andernfalls profitieren die Algen von der zusätzlichen Lichtenergie, nicht die Pflanzen.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie im Beitrag zur Aquariumbeleuchtung in der Einstieg-Rubrik.